Rückfahrt

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Der Grenzübergang bei Маряки nach Moldavien ist Problemlos. Nach meiner Rechnung war ich drei Tage länger als die erlaubten 90 Tage in der Ukraine,  aber offenbar wird hier ein Auge zugedrückt weil wie immer hier viel Betrieb ist.

Mein eigentliches Ziel ist es, noch bis Rumänien nach Galati zu fahren.

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Ich finde im Dorf Rosu die Unterkunft CostelHostel. Constantin macht dieses Business seit zwei Jahren, er hat aus Couchsurfing einen Beruf gemacht und vermietet jetzt permanent zwei Zimmer. Ich fühle mich hier wie Zuhause.

Ich bekomme auch gleich Abendessen, es gibt vegetarischen Eintopf mit Gemüse aus eigenem Anbau.

Es gibt noch einen zweiten Gast, er ist schon zum zweiten mal da und bleibt für einen Monat. Er ist auf Reise seit 1979, und meint, das er es länger an einem Ort nicht aushalten kann. Er ist so eine Art Doktor, und pflegt nicht konservative Behandlungsmethoden, unter andrem die Vergabe von Vitamin-C in extrem hohen Dosen (bis zu 100g) intravenös und andere Mixturen. Damit lässt sich Krebs nicht heilen, aber zumindest nach seiner Aussage stoppen.

Am nächsten Morgen geht es Richtung Rumänien. Ich fahre durch den Nationalpark und muss feststellen, das seit dem letztem Kartenupdate mein Navi nicht mehr verlässlich funktioniert, weil die Openstreetmaps daten nicht sauber in das Garmin format gemappt wurden. Also sind unasphaltierte Wege als asphaltiere Wege eingezeichnet und umgedreht. Immerhin habe ich so noch ein Paar schöne Schotterpisten auf meiner Route 🙂

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Ankunft in Brasov. Ich übernachte in einem Hotel, wo auch noch eine Hochzeit stattfindet, am nächsten Morgen stehe ich habe sehr früh auf, denn ich möchte den nächsten morgen über den Transfăgărășan fahren. Ich starte schon 6:00 es wird erst langsam hell.

Nächster halt Timisoara, ich bin wieder im gleichen Hostel. Hier lerne ich einen Coolen Polen mit einer Africa Twin kennen. Er hat sich zwei Jahre freigenomen um eine Weltreise zu machen : https://www.facebook.com/chasingmyparadise/

Am nächsten Tag geht es weiter Richtung Balaton. Eigentlich wollte ich hier Zelten, aber genau für heute Abend ist Gewitter angesagt und ich bin immer noch leicht erkältet.

Ich finde einen Mürrischen Ungarn, bei dem ich übernachten kann, er will 40 EUR, wir einigen uns auf 25, ich zahle 20 EUR. Mehr ist die wirklich runter-gekommene Bude nicht Wert, es gibt hier viele schöne Unterkünfte am Balaton, aber diese gehört nicht dazu.

Am Morgen breche ich auf nach Ljubjlana. Unterwegs Springt mit noch die Kette vom Ritzel, irgendwo in Ungarn. Zum Glück passiert nichts weiter, ich kann sie wieder spannen, dank dem Touratech Ritzelschutz geht auch nichts kaputt. Am Abend ist die Kette wieder zu locker, also ein Indiz dafür das jetzt extremer Ketten oder Ritzelverschleiß einsetzt, der Kettensatz hat auch schon ca. 20.000 KM runter.

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Kurz vor der Grenze zu Deutschland:

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Musik

Wenn man in Odessa spazieren geht, ist es quasi unvermeidlich, das man nicht den Russischen Chanson (Русский шансон) hört. Das ist eine eigene Musiksparte die ihre Wurzeln in Odessa hat. Im Radiosender Radio Odessa Mama, welchen ich Online ich öfters höre, wird neben der klassischen Russischen Pop Musik auch immer wieder einer der alten Hits gespielt. Hier ein schönes Beispiel, es geht um den Strand Lanscheron (Interpret unbekannt):

 

Der Wohl bekannteste Interpret ist Леонид Утёсов (Leonid Utjossow), hier zwei Lieder, welche mir sehr gut Gefallen:

 

Wenn man in die Clubs am Strand von Arcadia geht oder Radio hört, werden hauptsächlich Russische Pop Songs gespielt. Hier ein paar Beispiele:

Евгения Власова – Киев-Одесса

Alyosha (Алёша) – Феромоны Любви

LOBODA – К ЧЕРТУ ЛЮБОВЬ

Тимати feat. Егор Крид – Где ты, где я

SEREBRO – OTPUSTI MENYA

Kharkiv, Kiev, Lviv, Balti

In Kharkiv treffe ich mich mit Oleg, welchen ich in Odessa kennengelernt habe. Nach langen überlegen und durchrechnen der Wegstrecke, entschließe ich mich, meinen Plan auf die Krim zu fahren aufzugeben. Über Kharkiv ist der Weg so weit, das das Vorhaben einem Wahnsinn ähnelt. Insgesamt sind es 2200KM von Odessa über Kharkiv nach Sewastopol – und das ist nur eine Richtung. Ich wollte in einer Woche auch wieder zurück sein. Von Odessa nach St. Petersburg sind es nur 1700KM.

Außerdem hat mich ständig das Unangenehme Gefühl begleitet, das das meine Ukranischen Freunde es nicht Gut finden, wenn ich auf die Krim fahre. Jetzt wir es mir langsam zu Politisch und über Politik wollte ich hier eigentlich nicht schreiben …

Ich bleibe noch einen Tag in Kharkiv, leihe ein MountainBike aus und mache eine Tour mit Oleg und seinem Kumpel Dennis. Wir fahren Richtung Norden. Es gibt dort super geile Singletrails mit schnellen Abfahrten. Mein Mietbike, Modell „фуфло“ hat immerhin funktionierende Bremsen, deswegen lässt der Deutsche wenig Abstand und das Tempo wird hochgehalten. Am nächsten Tag schreibt der Dennis dem Oleg, das der Deutsche sich einfach nicht abhängen ließ 🙂

Am nächsten Tag fahre ich weiter nach Lviv, mit Zwischenübernachtung in Kiev. In Kiev war ich schon einmal vor drei Jahren, deswegen mache ich kein besonderes Sightseeing. Der Maidan ist wieder aufgeräumt, die gleiche HipHop Tanzgruppe  macht ihren Auftritt auf der Straße Chreschtschatyk, so wie vor drei Jahren.

Am nächsten Tag geht es nach Lviv/Ľviv/Lwiw/Lwow/Львів/Львов/Lemberg. Bei so  vielen Varianten ist Man (oder das Navigationssystem) meistens überfordert. Bei Straßennahmen kann das dann noch schlimmer sein, ganz besonders wenn diese irgendwann umbenannt wurden. Es gibt dann den Namen in Ukrainischer und Russischer Schreibweise, für beide Variante existiert dann noch die Transkription in das Deutsche und ins Englische. So ist die lateinische Schreibweise auf einer Deutschen Landkarte wieder anders als die auf einer Englischen Karte, so wie sie für die Ausländer verkauft wird. Somit haben wir zwei Kyrillische und vier Lateinische Schreibweisen. Da hilft meist nur Google oder Yandex um die Straße zu finden, da hier die Suchalgorithmen dies entweder berücksichtigen, und/oder/auch eine ungenaue Suche erlauben. Mein Garmin GPSMAPS 62 mit den OpenStreetMaps ist hier zumindest Komplett ungeeignet um eine Straße nach Namen zu finden. Also suche ich die Adresse immer Online mit Google Maps und wähle das Ziel auf dem Navi mit dem Cursor auf der Karte aus.

Die Straße zwischen Lviv und Kiev ist sehr gut, so wie eine Deutsche Autobahn.

Lviv ist eine Touristisch attraktive Stadt, es gibt sehr viele Touristenläden, viele Souvenire sind aber für meinen Geschmack etwas zu nationalistisch. Ich habe auch hier oftmals leichte Verständigungsprobleme, denn Russisch können oder wollen die Leute nicht sprechen. Ich bekomme die Antworten eigentlich immer auf Ukrainisch, manchmal verstehe ich es, aber meistens nicht. Ich habe dann nach einen halben Tag angefangen auf Englisch zu sprechen. Irgendwie hatte ich auch das Gefühl, so freundlicher behandelt zu werden.

Ich mache dann noch einen Besuch im Nationalmuseum für Folklore und Kultur „Skansen„.

Am Abend treffe ich noch Rene aus Kalifornien, auch ihn kenne ich aus Odessa vom Language Club.

Am nächsten Morgen geht es weiter Richtung Karpaten. Des Wetter ist leider nicht besonders schön, es regnet ab und zu und es ist relativ Kalt. Ich mache Mittagspause in der Nähe von Kolomea. Im Hinterhof steht ein Panzer. Ich frage den Wirt, ob das sein Fahrzeug ist, und was so ein Fahrzeug denn kostet. Er sagt nicht wieviel, aber fragt, ob ich ihm die Karre nicht abkaufen will. Papiere gibt es leider keine, Euro3 hat er auch nicht, also Richtung Westen fahren wird schwierig, Spritverbrauch ist auch hoch. Der Wirt scherzt und meint, das ich aber ohne Probleme damit nach Donetzk oder auf die Krim fahren kann…

Ich fahre dann noch weiter nach Balti in Moldavien. In Moldavien lässt es sich generell ganz gut Motorrad fahren, die Straßen sind auch ganz gut. Die Leute sprechen hier auch sensationell gut Russisch, irgendwie sogar besser als in Odessa.

 

 

Auf zur Krim … und dann doch nicht …

Eine Woche Urlaub vom „Urlaub“. Ich habe mir eine Woche vom Unterricht frei genommen und möchte auf die Krim fahren.
Allerdings ist das nicht so einfach. Ich habe schon in den letzten drei Wochen alle Leute gefragt, wie und wo die Situation an der Grenze am Günstigsten ist. Die Grenze zwischen Ukraine und Krim ist für Ausländer gesperrt, ein Tag vor Abfahrt versuche ich noch eine Genehmigung im Ministerium für Migration zu bekommen, das geht aber nur, wenn Mann „echte“ Verwandte ersten Grades hat (Siehe hier). Mein „Kumpel“ auf der Krim reicht nicht. Also entschließe ich mich über die Grenze bei Mariupol/Rostov an der Donau zu fahren.

Dort ist die Lage aber auch schwierig, die Ukrainischen Militärs lassen mich nach Mariupol nicht weiterfahren. Die Begründung: Hier ist Krieg!

Offenbar weiß das Ukrainische Militär selbst nicht richtig, was erlaubt ist und was nicht, den vorher bei anderen Kontrollpunken vor Mariupol wurde auch der Pass kontrolliert, und dort war man auch der Meinung, das ich hier über die Grenze fahren darf.

Ich frage dann noch mehrere andere Leute, welche ich auf dieser Straße treffe. Der Hinweis, einen Taxifahrer zu fragen, bringt dann den Durchbruch.
Er telefoniert ein bisschen rum, und sagt mir dann wie man fahren muss.
Über ein paar unasphaltierte Wege bin ich hinter die Ukrainischen Kontrollpunkte hinter Mariupol gelangt. Jetzt sind es nur noch wenige Meter bis zur „neuen Russischen Grenze„. So erzählen das zumindest die Leute.
Die neue Grenze ist noch nicht Russland, sondern genauer gesagt ist dies die Grenze zu ДНР /DNR, der Donezker Volksrepublik.
An der letzten Weggabelung schaue ich nach dem Weg, und nun steigen Rauchfahnen aus meinem Motorrad empor, Öl läuft am Seitenständer herab. Ich überlege mir, das dies äußert ungünstige Umstände sind, um eine nicht offizielle Grenze zu überqueren. Ich finde das Problem, der Öldrucksensor ist undicht. Also Erstmal Rückzug nach Mariupol.

Den Rückweg fahre ich nicht, wie ich hergekommen bin, sonder den direkten Weg, rückwärts durch die Kontrollposten. Die sind auch der Meinung das ich hier ganz und gar nicht lang fahren darf. Ich kann ganz Gut vom Thema ablenken, ich sage das ich sowieso nur nach Mariupol will und das die Reise mit meinem kaputten Motorrad erst mal beendet ist, und das ich auch gar nicht nach Russland will. Für Tourismus haben die auch überhaupt kein Verständnis, ganz besonders nicht wenn man durch die besetze Region fahren oder Russland besuchen will.

Offenbar erregt mein öltropfendes Motorrad genug Interesse um vom Thema abzulenken und ich darf schnell weiterfahren, es geht hier nicht um mich sonder um das Wohl des Motors, dafür haben die Männer mit den Waffen Verständnis.

Auf dem Weg zum von mir ausgesuchten Hotel (Booking.com/11€) komme ich an einer Garage vorbei, es ist Samstag 18:00. Eigentlich wollte ich zum Hotel, das Moped abkühlen lassen und mir dann alles  in Ruhe anschauen, aber fragen schadet nicht. Die Jungs meinen, sie können nur Autos „machen“. Ich erkläre mein Problem, und das das gar nicht so schwer werden wird.
Einer der Jungs will mir das Moped gleich abkaufen, ich soll zurückfliegen und sagen das es kaputtgegangen ist, oder das es mir einfach weggenommen wurde… das könnte ja auch passieren…

Nebenan gibt es ein Hotel wo ich übernachten soll, das Motorrad soll ich in der Garage stehen lassen. Die Alte Dame vom Hotel hat auch zwei Wachhunde. Einer von denen ist extrem bissig und attackiert mich sofort. Die Zähne kommen aber nicht durch die hohen Stiefel und die Motorradhose durch – immerhin, hier fühle ich mich auch ohne Alarmanlage sicher. Insgesamt ist das Hotel nicht besonders schön, aber für 110₴ /4€ möchte ich den gut gemeinten Spartipp nicht ablehnen.

Zurück in der Werkstatt, das Motorrad ist noch da. Nachdem ich den Sensor ausgebaut habe, wird der Kollege aus der Nachbarwerkstatt angerufen. Der hat ein Schweißgerät und kann mir die Öffnung vom Öldrucksensor mit einem Schweißpunkt versiegeln. So kommt in keinem Fall mehr Öl dort raus…

Die Jungs haben noch einen getunten Lada in der Werkstatt, mit einem Lenkrad vom Audi und einem selbst eingebauten Turbo. Die Räder sind nur am Durchdrehen !!! wird mir versichert.

Nach der Aktion lade ich die Jungs noch auf eine Pizza ein. Zu sechst fahren wir im alten 3er BMW durch die Stadt. Bei offenen Fenster läuft laute Gangstermusik „Баба дай„.
Katalysator hat der BMW keinen mehr. Den habe ich gleich am Anfang ausgebaut und verkauft – kostet eh nur Leistung. Jetzt ist mir auch klar, warum hier immer so schlechte Luft auf den Straße ist, das machen wohl alle so, denn TÜV oder Abgasuntersuchung gibt es hier keine.

Am nächsten Morgen starte ich den Motor um 7:00, Frühstück an der Tanke. 300ml Öl für das Motorrad, Kaffe und Hotdog für den Fabian.
Ich habe jetzt eingesehen, das ich hier nicht über die Grenze fahren kann, denn bei der Rückkehr gibt es in jedem Fall Ärger von der Ukrainischen Seite. Und mein Ölleck habe ich als „Zeichen“ gedeutet, das ich hier einfach nicht weiter fahren sollte. Also geht der Weg nach Kharkiv.

Tiraspol und Chisinau

Von Odessa bis zur Moldawisch/Transnistrischen Grenze sind es nur ca. 70KM. Ich fahre direkt nach meinem Unterricht los. Kurz vor der Grenze mache ich noch eine Mittagspause. Das Restaurant hat offenbar keine Schankgenemigung. Die Chefin/Köchin/Bedienungen gibt mir aber den Tipp, das ich das Bier nebenan im Supermarkt kaufen und hier verzehren darf. Das nenne ich mal Kunden orientierten Service: „Wir dürfen nicht, aber du darfst“.

An der Grenze bei Кучуран/Pervomaisc muss ich nach Transnistrien noch eine Versicherung für mein Moped abschließen, beziehungsweise dieses hier deklarieren. Ich verstehe nicht alles, aber es gibt noch andere Leute aus der Ukraine die davon betroffen sind. Alles etwas Bürokratisch aber offenbar Staatlich kontrolliert und damit legitimiert. Ich bekomme für alles eine Rechnung und zahle ca. 150 transnistrische Rubel, ca. 10 €.
Für den Geldwechsel darf ich zu Fuß über den Grenze spazieren und kann im Supermarkt hinter der Grenze mein Geld in die lokale Währung, den transnistrischen Rubel tauschen.

 

Transnistrien/Приднестровье ist ein Land im Land, im östlichem Teil von Moldawien. Dort Spricht man hauptsächlich Russisch.
Offiziell gibt es diesen Land auch nicht, da es vom den meisten Staaten nicht anerkannt wird. Ich bin also jetzt aus er Ukraine ausgereist aber noch nicht in Moldawien. Jetzt verstehe ich auch, warum ich hier eine extra Versicherung haben soll, ich befinde mich in einem Staat, welchen es nicht gibt. Hier zahlt sicherlich auch keine deutsche Versicherung.

Im Vergleich zur Ukraine sind hier die Straßen ziemlich gut. Die Hauptstadt Tiraspol ist mit 150.000 Einwohnern sehr klein, aber in Moldawien insgesamt betrachtet schon die zweitgrößte Stadt.

Meine Idee, eine Stadtrundfahrt mit dem Motorrad zu machen wird noch kostspielig. Die touristisch interessante Straße „25. Oktober“ ist für Lastwagen und Motorräder gesperrt. Ich will das erst nicht glauben, aber letztendlich fährt mich auch noch die Polizei zu dem Schild, welches ich ignoriert habe.

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Dummerweise hält mich die Polizei auch noch dort an, wo nur Anlieger fahren dürfen. Mein Anliegen ist hier allerdings nicht ganz eindeutig. Da ich gleich zwei Schilder übersehen (oder ignoriert) habe, bin ich in einer schlechten Verhandlungslage. Erst 550 Rubel mit dem Formular bei der Bank bezahlen, Uff soviel habe ich nicht …
Wenn ich gleich bezahle, dann gibt es auch einen Rabatt…
Eventuell 20 EUR? Ich sage das das auch nicht passt, ich habe nur 50er Scheine und diese möchte ich gerne der Polizei vorenthalten. Nach etwas Hin- und her, zahle ich dann 250 Rubel für meine zwei Straftaten, ca. 17 EUR. Ich hatte an der Grenze sowieso aus versehen zu viel Geld umgetauscht, also kann ich auch mal der Polizei was spenden.
Nachdem ich meinen Ablass getan habe, wird mir auch versichert, das ich jetzt auch noch über die Brücke in den gesperrten Anwohner Bereich fahren darf. Einmal bezahlen und dann passt alles 🙂  . Am Fluss Dnister welcher durch die Stadt geht, gibt es einen tollen Standstrand, welcher auch gut besucht ist.

Nachdem ich alles geklärt habe, parke ich mein Moped bei meiner Unterkunft und setzte die Tour zu Fuß fort. Für heute hatte ich schon genug Action auf dem Motorrad. In der Stadt stehen überall Lenin-Staturen, es wir faktisch auch nur russisch gesprochen. Rückwärts fahre ich Taxi, mit Taximeter, 2,6 KM = 16 Rubel ca 1 EUR.

Am Samstag morgen fahre weiter Richtung Moldawien. Unterwegs sehe ich viele Plakate mit Werbung für Putin und die Russische Einheit. Ich fahre hier auch die vorgeschriebenen 80 KM/h, auch die anderen Verkehrsteilnehmer scheinen sich daran zu halten. Offenbar hat hier die Polizei den Verkehr im Griff. Unterwegs sehe ich mindestens drei Polizeikontrollen, allerdings sind diese gerade mit anderen Kunden beschäftigt.

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Am Grenzübergang nach Moldawien kommt mir noch Martin, ein anderer Motorradfahrer aus Ingolstadt entgegen. Ich helfe ihm bei den Grenzformalitäten. Hier spricht sonnst auch keiner Englisch. Er will heute noch nach Odessa und dort zwei Tage bleiben, wir verabreden uns noch für morgen Abend in Odessa auf ein Bier.
Auf der Moldawischen Seite der Grenze stehen Panzer neben der Straße. Fotografieren ist leider Verboten.

Dann geht es weiter nach Butuceni. Das ist eine echt schönes Dorf in Moldawien, ca. 50km nördlich von Chisinau.

Chisinau als Stadt selber überwältigt mich nicht.

Die Rückfahrt geht über den Grenzübergang Moldawien/Ukraine bei Palanca/Маяки. Ich fahre also nicht noch einmal durch Transnistrien hindurch und spare mir eine Grenze. Ich und mein Motorrad waren offiziell nie nach Moldawien eingereist, aber die Ausreise geht ohne Probleme. Der Grenzer fragt nur, über welche Grenze ich den ins Land rein-gekommen bin, dann ist alles klar und es geht sofort weiter.

 

Erste Woche in Odessa

Am Montag, meinem ersten Schultag, habe ich gleich noch ein plattes Hinterrad. Ich fahre langsam zur nächsten Tanke und hoffe, das ich hier Luft bekomme. Der Typ an der Tankstelle, der eigentlich die Waschanlage betreut und auch Reifen wechselt, hat aber irgendwie überhaupt keine Lust. Ich habe aber auch keine Lust zu verschwinden, und irgendwann bekomme ich dann doch Luft. Mir wird aber klar das ich hier bei dem Typ nicht weiterkomme. Ich fahre noch zwei Blocks, dann ist der Reifen wieder Platt. Es pfeift die Luft an der Seite vom Ventil raus.

Ich habe Glück, denn ich lande gleich bei einem bewachten Parkplatz wo ich Erstmal sicher Parken kann. Es fängt auch zu Regnen an, so das ich mich unterstelle und meine Optionen prüfe. Da es schon 19:00 ist beschließe ich den ADAC anzurufen, und frage, ob die mir einen neuen Schlauch organisieren können. Der Ukrainische ADAC „112“ ruft mich dann auch innerhalb von 10 Minuten direkt auf dem Handy zurück. Ich möchte mich aber nicht abschleppen lassen, bevor nicht klar ist wie ich das repariert bekomme.

Am nächsten Tag schicken sie mir eine SMS mit einer Adresse wo ich Online Schläuche in der Ukraine bestellen kann, meine Größe ist aber leider nicht dabei 😦

Wenigstens ist schönes Wetter und ich habe mein Werkzeug jetzt dabei. Der Plan, das Motorrad mangels Hauptständer auf zwei Bierkisten aufzubocken schlägt fehl, in keinem der Supermärkte gibt es Bier- oder sonstige Getränkekisten. Also muss das Moped vorsichtig auf der Seite abgelegt werden. Im ausgebauten Zustand findet sich auch der Nagel, welchen ich mir eingefahren habe. Ich trage das Rad an der Straße entlang und frage jeden der mir begegnet, ob sie nicht einen Reifenservice oder einen Fahrradladen kennen wo ich einen Flicken dafür kaufen kann. Beim Reifenservice bekomme ich dann für 40 Grivna (umgerechnet weniger als 1,50 €) den Reifen mit der Maschine abgezogen und auch gleich geflickt. Alles sehr Fachgerecht. Ich war extrem froh das ich den Reifen nicht mit der Hand abziehen musste. Das wäre anstrengend geworden, „на руками – это пиздец“ bestätigt mir auch der Reifenmonteur.

Schlimmer ist aber, das das Radlager vom Kettenradträger komplett dahin ist. Das war dann wohl auch die Ursache für die Geräusche in der Slowakei. Das Gute ist, hier wird eine Reparatur nicht so aufwendig.

Ich fahre noch zum BMW Händler in Odessa, und frage, ob er die Teile organisieren kann. Die Leute sind dort super nett und hilfsbereit, das ganze soll aber mindestens drei Wochen dauern und die Teile sind auch doppelt so teuer wie in Deutschland: zwei Radlager, ein Simmerring und der ABS Sensor, welchen ich beim Ausbau geschrottet habe, kosten umgerechnet 200 EUR.  Es stellt sich auch heraus das sie nur die Teile beschaffen können, die Reparatur muss man woanders organisieren.

Also bestelle ich mir die Teile direkt in München beim BMW,  und lasse sie mir abholen und zusammen mit Ersatzschläuchen für die nächste Panne dann hierher schicken.

Eigentlich wollte ich mich am Montag darum kümmern, eine Wohnung zu organisieren. Ich schaue dann erst am Mittwoch und nutze die Seite http://www.ukrflats.com/.  Das was mir gefällt ist nicht für den ganze Sommer verfügbar. Es gibt aber noch eine andere Alternative, es wird am Freitag noch eine andere Wohnung frei, welche aber erst am Freitag besichtigt werden kann. Ich treffe mich dann mit dem Immobilienvermarkter und mache eine Anzahlung für einen Tag. Ich möchte mir keine Wohnung zuzulegen ohne sie mir vorher anzuschauen. Die erste Wohnung sah auf den Bilder auch echt Top aus aber war dann doch eher (unter)durchschnittlich. Und die Jacuzzi Badewanne taugte auch nix, da es keinen Wasserdruck gab um diese zu füllen.

Also verlasse ich am Freitag meine erste Wohung, ohne etwas neues zu haben. Das hat auf der Hinreise ja auch eine Woche gut funktioniert. Ich habe wirklich Glück, die neue Wohnung sieht in echt sogar besser aus als auf den Fotos im Internet. Die Lage ist auch echt Super, liegt genau zwischen Stand, Zentrum und Schule. Hier bleibe ich bis zum 25. August.

Am Freitagabend ruft mich nochmal Llia an. Er geht bald auf See und ist dann für die nächsten sechs Monate unterwegs. Er arbeitet wie Dima als Koch auf dem Schiff. Es gibt keinen Plan, wir spazieren auf der Deribasovskaya. Er will sich noch von einem Mädchen verabschieden, aber die kommt irgendwie nicht mehr vorbei – Eine traurige Situation. In einer Pizzeria wird dann auf Llias Sonderwunsch noch eine Wust- und Käseplatte zurechtgemacht, wir trinken Wodka. Endlich kann ich all meine Trinksprüche anwenden, drei Jahre lang habe ich nun schon Russisch gelernt, und kann es jetzt auch mal sinnvoll nutzen 🙂

Wir fahren später noch zum Strand Arcadia wo sich im Sommer die Clubs befinden. Die meisten Clubs sind auch im Freien. Im ITAKA ist der Ukrainische Pop Star Alyosha am Start. Wie die meisten Russischen Pop Songs kenne ich schon ein paar ihrer Lieder und habe diese auch schon einmal teilweise übersetzt.

 

Ich lerne auch noch wie ein Taxi gefunden wird. Auf die Frage: braucht ihr ein Taxi?, wird mit ja geantwortet und einfach ignorant weitergelaufen. Macht auch kein Sinn hier schon zu verhandeln. 400 Meter weiter ergibt sich dann ein Taxi für 100 Grivna (3,50 EUR). Hätte ich direkt gefragt, hätte ich wahrscheinlich mit aller Verhandlungskunst den Preis von 400 auf 250 bekommen 🙂

Dima und Llia fahren mit dem ersten Marschrutka direkt wieder zurück nach Hause nach Belgorod, das ist ca. 100 KM im Süden von Odessa. Ich habe den ganze Abend nicht verstanden, wo sie schlafen wollen und was eigentlich der Plan für den Abend ist. Es gab einfach keinen Plan: „pa situatzie – Fabian“ oder so ähnlich heißt es immer, also mal schauen, was sich so ergibt.

Offroad nach Odessa

Auf der letzen Etappe nach Odessa wird es anspruchsvoll. Ich dachte gestern schon schlechte Straßen gesehen zu haben, aber die kommen erst noch. Von Izmail nach Odessa dauert es mit dem Marschrutka (Das ist ein Kleinbus für ca.15 Personen) ungefähr sieben Stunden. Ich möchte aber noch einen Umweg machen und über Вилково fahren. Unterwegs sehe ich aus der Ferne einen weiteren Adventure-Biker mit Koffern an der Maschine. Aus ca. 50 Meter Entfernung sehe ich dann, das es sich hier um eine Oma mit Roller handelt, welche sich die Einkaufstaschen seitlich ans Moped geschnallt hat. Das Trägt echt dick auf.

Später in Вилково gibt es auch die Plastiktaschen „BMW Super Bag – 50 KG“ zu kaufen. Meine  Alukoffer sind nur bis 15 oder 20 KG zugelassen, ich bereue, das ich soviel Geld für teues Zubehör ausgegeben habe. Die Nächste Reise wird mit den Superbags gemacht. Leider habe ich die nur fotografiert und nicht gekauft.

Ich lerne, das mein Motorrad über ausreichend Federweg verfügt, um einfach über die Schlaglöcher „drüberzubügeln“. Das lässt sich auch garnicht vermeiden, denn öfters gibt es mehr Löcher im Boden als Belag auf der Straße.

Da die Straßen von Izmail nach Vylkove  so schlecht sind, befehle ich meinem Wandernavi, mich über die unbefestigten Straßen zu schicken. Die sind nähmlich nicht unbedingt schlechter.
Ich habe bisher noch keine anderen Touristen gesehen, Straßenarbeiter und Kinder grüßen mich freundlich. Wenn ich nicht gerade beschäftigt bin, dem nächsten Schlagloch auszuweichen, grüße ich auch zurück.
Gefühlt bin ich mindestens doppelt so schnell wie die Autos. Mitten in der Pampa knattern dann wieder irgendein Opa über den Feldweg. Ich als International-Traveler komme hier mir etwas deklassiert vor, wenn der Opa von nebenan auf dem gleichen Adventure Trail seine Bier im nächsten Dorf einkaufen geht. Dadurch das ich jetzt keine befestigten Straßen mehr fahre ist der Weg wesentlich kürzer.
Ich fahre bei Prymorske über einen schmalen Landstreifen. Hier bricht das Motorrad schon öfters mal aus der Spur aber es geht immer irgendwie weiter, ist aber auch sehr anstrengend. Im Zweifelsfall hilft immer Gas geben was sich stabilisierend auf das Fahrwerk auswirkt  Bremsen auf keinen Fall, denn genau dann schiebt die träge Masse das Vorderrad aus der Spur. Solange man am Gas bleibt, wird alles Gut 🙂

Es ist schon 15:40 und ich bin schon seit längerer Zeit unterwegs, nach 300km Ukraine brauche ich auch mal wieder eine Tankstelle und mein Magen will auch gefüllt werden. Die erste Tanke ist geschossen, also weiter zur nächsten. Ich bin schon echt müde, denn das konzentrierte fahren strengt doch mehr an als eine Landstraße. So cirka zwei Kilometer vor der Tanke und auf den letzen 300 Metern unbefestigtem Weg muss ich das Motorrad nun noch einmal ablegen. Die Straße bis hier war OK, nur gibt es hier Stellen, wo sich der Boden komplett um den Reifen legt. Ich habe keine Stollen mehr, sondern nur noch einen Reifen, der wie ein panierters Stück Wiener-Schnitzel aussieht, und sich auch so fährt.

Hinter mir kommt ein Einheimischer auf einem 50er Roller. Die sind eben doch besser meint der Einheimische und schmunzelt. Dieser Meinung bin ich auch. Aufgrund des geringen Gewichts sind 50er Roller bessere Enduros als die 1200er BMW oder die KTM Adventure, nur eben langsamer und nicht so eindrucksvoll. Meine 650er liegt vom Niveau irgendwo dazwischen.

Ich fahre zwanzig oder dreißig meter und nochmal die gleiche Sch….
Diesmal verbiegt es mir auch dabei auch den Lenker – блин fluche ich. Ich besinne mich darauf, das Motorrad vor Odessa nicht in einen Haufen Schrott zu verwandeln und ab hier wieder eher konservative Wege zu fahren.

Die letzten Meter weichen meine Füße von den Fußrasten. Mit mit Schrittgeschwindigkeit geht ew die letzten 50 meter weiter. Immer wenn ihr in der Stadt an der Ampel Leute seht, welche mit den Füße nicht auf die Rasten stehen, sonder Links und Rechts mit den Füßen über den Boden watscheln, dann wisst ihr, das diese auch gerade an den Grenzen ihres fahrerrischen Könnens angekommen sind.

Erst später auf der Landstraße ab 80 km/wird der Reifen wieder frei.

Ich bin jetzt bei Zatoka/Затока dort gibt es eine ewig lange Schlange weil die Brücke, einzige Verbindung zum Süden nur einspurig Befahrbar ist.
Ich fahre bis nach vorne und treffe dort Ilia und Dima. Beide sind zusammen auf einer R1 unterwegs. Sie fragen wie schnell ich fahre und ob wir nicht gemeinsam nach Odessa fahren wollen. Sie fahren wo ich herkomme: „Achso, du bis Faschist !“ …  diesen speziellen Humor muss man verstehen, ich fand es Lustig 😉

An der R1 gibt es noch ein Problem, die Befestigung vom Heckramen ist gebrochen. Telefonisch wird eine Adresse ausgemacht, wo in einer Garage Aluminium geschweißt wird. Der Schweißer erklährt, das das so nicht sinnvoll ist und auch nicht gut halten wird, macht es dann trotzdem und das Resultat sieht auch ganz gut aus. Ich bin überascht wie Regelkonform hier in der Ukraine gefahren wird. In Rumänien sind alle 70 km/h innerorts gefahren hier geht es etwas gemütlicher vorran. Nachtrag vom 5. September: „Mein erster Eindruck war offernbar etwas verblendet: eigentlich fahren immer alle recht schnell, so schnell wie das der Verkehr und die Straße zulässt, das kann auch über 100 in der Stadt sein.“

Dann kommen die Beiden noch mit, zu dem von mir ausgesuchten Landepunkt in Odessa. An der Ecke Derebasovskaja/Havanna gibt es ein Hotdog-Restaurant wo sich immer alle Biker treffen. Dort werde ich auch wirklich Nett empfangen. Meine kompett verdreckten Klamotten und das Gepäck zeigen allen das ich auf einer langen Reise war.

Eigendlich hatte ich mir vorgenommen hier bei Ankunft eine Runde zu schmeißen, kann mich aber nicht durchsetzen und werde eingeladen. Ein Harleyfahrer mit 10 KG Bizeps (und bestimmt auch 5 Jahren Knast 🙂 lächelt und zeugt mir mit einem Handschlag seinen Respekt. Ich werde von den Jungs auch gleich eingewiesen das ich auf keinen Fall Nachts unbewacht parken darf u.s.w…

An Samstag regnet es. Es wird erstmal das Moped gewaschen. Das versaut auch die ganze Waschanlage weil immer wieder Schlammbrocken durch die Luft fliegen. Ich finde auch beim zweiten Anlauf eine Werkstatt, die bereit ist, mir den Lenker geradezubiegen.
Ich helfe mit. Man muss wegen der Heizgriffe die komplette Verkleidung abbauen, sonnst ist das Kabel zu kurz um die Griffe abzubauen. Die ganze Aktion dauert dann eine Stunde und wird sehr fachmännisch mit linial und Maßstab durchgeführt. Ich zahle 300 Grivna (ca.10 €) anstatt der vorher voreinbarten 200. Das war super Fair und günstig, in Anbetracht das die Aktion doch länger als die geplanten 10 Minuten in Anspruch genommen hat. Der Mechaniker bekommt von mir noch einen Hunderter extra, davon kann man hier auch mal günstig Essen gehen oder zehn Bier am Strand kaufen.

Izmail und Ankunft in der Ukraine

Heute endet die gemeinsame Reise mit Daniel. Ich fahre weiter in die Ukraine und er wieder zurück nach Deutschland. 8:10 sitze ich auf dem Moped und starte über Umwege nach Tulcea, von dort sind es Luftlinie nur noch 20 Kilometer nach Izmail, allerdings ist der einzigste Grenzübergang ca. 90 km westlich von hier. Also ist der Landweg dann knappe 200 km. Ich benutze den einzigsten Grenzübergang im Süden bei
Galati(Rumänien)/Giurgiulesti(Moldavien)/Reni(Ukraine). Man fährt hier ungefähr 2,5 KM durch Moldavien, um in die Ukraine zu kommen.

In Rumänien und in Moldavien ist der Grenzübergang problemlos und dauert jeweils weniger als 5 Minuten. Auf der Ukrainischen Seite dauert es etwas länger, in allen bin ich ca. eine Stunde mit den Behörden beschäftigt. Meine Koffer muss ich zum Glück nicht vollständig auspacken. Immer wieder werde ich gefragt, ob ich Messer oder Schußwaffen bei mir habe. Mein Leatherman zählt hier allerdings nicht als Messer. So wie der Grenzer mir das verdeutlicht, muss das Messer schon 20 oder 30 Zentimeter lang sein, damit es anerkannt wird. In der zweiten Station muss ich dann erklären, was ich in der Ukraine machen will, wo ich den Wohne, wenn ich kenne, wieviel Geld und Kreditkarten ich habe. Ich habe nichts zu meiner Unterkunft ausgedruckt (eigentlich weiss ich noch nicht wo ich heute Abend übernachten will, aber das sage ich nicht so direkt). Die Tatsache, das ich ein Russlandvisum für den August habe, wirft noch weitere Fragen auf. Wie ich denn auf die Krim kommen will, und warum das Visum für Moskau ausgestellt ist, was das gekostet hat, usw. Der Grenzer wirkt nicht so überzeugt davon. Будет другой проблем – Das wird dann ein anderes Problen sein, meine ich wenn ich im August dort hin will.
Das Reisebüro KraftTravel, spezialisiert für Reisen nach Russland hat gemeint das passt schon so. Der Grenzer will aber noch weitere Sachen überprüfen und ich warte nochmal 10 Minuten. Was genau da passiert ist mir nicht klar, das sollte wohl eher eine Einschüchterungsaktion sein.
An der nächsten Station wieder die obligatorische Frage nach den Messern, der Beamte fragt mich, ob ich denn nicht auch ein Schweizer-Messer bei mir habe. Das habe ich doch glatt davor unterschlagen. Er hätte auch gerne eins, und fragt ob ich nicht so etwas als Geschenk für in mitbringen könnte. Er fragt auch, ob ich nicht noch andere Geschenke bei mir habe. Ich antworten wahrheitsgemäß, das ich alle Geschenke als Packet schon losgeschickt habe. Das war ein guter Schachzug, so wird klar das dies auch an jemand anders adressiert ist. Dieser Beamte ist aber insgesammt sehr lustig und freundlich, ich kann micht schon wieder ein bischen entspannen, nachdem es anfänglich etwas unangenehm war.
Irgendwann ist dann alles fertig und ich darf weiter. An der Schranke gibt es einen ziemlich Jungern und coolen Typ, welcher auch ein bischen Deutsch kann. Dieser wünscht mir gute Reise und fragt, ob ich mich denn nicht noch einmal mit seiner Waffe fotografieren lassen will. Ich  lehne dankend ab, zu Groß ist die Sorge, das hier ein Missverständniss entsteht und ich dann wegen Waffengebrauch an der Grenze noch eine Extrarunde drehen darf. Also mein Tip für eure nächste Reise: Immer eine Machete mitnehmen, und / oder ein Schweizermesser in Geschänkverpackung.

 

Die ersten Straßen direkt nach dem Grenzübergang sind wirklich „kaputt“.
Für Autos muß das der Horror sein weil es eigentlich nirgendwo eine Linie gibt mit der man die Schlaglöcher zweisprurig umfahren kann. Mit dem Motorrad ist das schon einfacher, mir reicht es schon wenn die Straße an einer Stelle 15cm durchgehenden Asphalt hat und ich so zwischen den Schlaglöchern durchzufahren kann.

Einmal fahre ich in Reni durch einen 3x3m größe Fütze, welche sich über die ganze Straße erstreckt. Wie Tief diese Fützen sind, merkt man erst wenn man durchfährt. Dabei lerne ich auch ganz schnell, das vor solchen Aktionen das Visier vom Helm geschlossen werden sollte – Sonnst bekommt man das Gesicht gewaschen 🙂

Bukarest und Constanța

Am Dienstag fahren wir weiter nach Bukarest. Zwischendurch immer wieder Regen. In Bukarest schaut es ziemlich runtergekommen aus, eher wie in Cuba. Daniel will gerne heute schon an das Schwarze Meer, und weil das Wetter auch nicht wirklich schön ist, fahren wir auf der Autobahn durch bis Constanța.

Die Autobahnen sind in Rumänien relativ leer, es gibt eine Maut für Autos, Motorräder sind davon aber ausgeschlossen und wir werden freundlich durchgewunken. Ankunft 21:10. Der Kilometerzähler von Daniels Moped zeigt genau 2000 KM ab München an. Dadurch das wir zwei Etappen an einem Tag gemacht haben, bleiben wir jetzt hier bis Donnerstag früh. Daniel fährt wieder zurück und für mich geht es in zwei weiteren Etappen weiter nach Odessa. Normalerweise sollte es um diese Zeit viel wärmer sein, es sind ca. 18°C.

Timisoara und Sibiu

Von Budapest geht es am Sonntag weiter Richtung Timisoara/Rumänien. Beim Daniel fällt bei 150 km/h die Kamera aus der Tasche. Die Panasonic Lumics ruggedized überlebt das nicht. Ich selbst bin nicht anwesend und wir verlieren uns bei dieser Aktion und treffen uns erst am Abend in Timisoara im Costel Hostel wieder. Unterwegs erfahre ich von Rumänischen Motorradfahrern , das die Straße durch das Fagaras Gebirge noch gesperrt ist. Ich mache währenddessen einen Abstecher nach Sezeged, eine sehr schöne Stadt in Ungarn. Timisoara ist schon ein wenig runtergekommen, aber die Innenstadt hat trotzden ein paar schöne Ecken.

Am Montag fahren wir dann nach Sibiu (Hermannstadt). Die meisten Sachen sind hier auch auf Deutsch ausgeschildert und die Altstadt ist mit ihren vielen kleinen Gassen touristisch schön.
Am Abend machen wir noch einen Abstecher ins Transfagarasch Gebirge um zu sehen, ab  wo die Straße gesperrt ist. Uns kommen noch zwei Rumänische Biker mit ihren Supersport Maschinen entgegen. Sie haben sich an der Absperrung vorbeigedrängelt und sind so weit nach oben gefahren wie es ging. Dort gibt es noch zwei Meter Schnee. „I fucked up my bike“ meint noch einer der Beiden, beim Fotografieren ist das nagelneue Bike vom Ständer gefallen. Schalthebel, Kupplungsheben und Verkleidung gebrochen 😦